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Der Freund führt mich an ein schweres Holztor im alten Gemäuer. Wir treten ein und befinden uns im engen Hof einer Färberei. In der Mitte ein Ziehbrunnen. Wo Licht hinfällt, leuchten tiefe Farben auf: safrangelb, prangendes Rot; ausgelegte, gefärbte Stoffe oder Töpfe voller Farbe. Überall an den uralten Mauern sind Farbspuren zu sehen, Mischungen von Jahrzehnten. Es geht gegen Mitternacht, dennoch sind Leute in der Färberei; es wird noch gearbeitet, langsam und wenig nur noch, der Tag klingt mit Nebenbeschäftigungen aus. So ist das bei Euch: Kaum freut man sich darüber, dass weniger als bei uns gearbeitet wird, schon stößt man auf Menschen, die um Mitternacht noch arbeiten und am nächsten Morgen wieder zur Stelle sind.
   Die Färber nötigen uns zum Tee. Das Radiogedudel aus einem Kaffeehaus in der Gasse draußen dringt noch gedämpft in den Hof; einige langgezogene Rufe, immer wieder, bis die erwartete Antwort kommt. Wir sitzen im Halbdunkel auf unbequemen, wackligen Stühlen, die Beine auf den Brunnenrand gelegt und sprechen über dies und das: über die Stoffe, die Farben, das Kaufen und Verkaufen, über früher und heute, über hier und über die Welt – Europa. Ein kleiner, böser Alter kauert am Boden, macht scharfe Witze, nicht nur über uns, auch über seine Landsleute, den Präsidenten, den Nachbarn...

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