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Alles verfällt, rückt dem Tod näher. Natürlich, wie denn nicht! Es ist das Leben. Ich denke an Europa, an unsere schönen Altstädte, und wie sie jetzt überall sorgsam erneuert, gehegt und gepflegt werden. Réhabilitation, careful upgrading; in Frankreich, Italien, Deutschland – von dem, was dort nach dem Kriegs- und Nachkriegskahlschlag noch übriggeblieben ist. Bologna, Nürnberg, Prag, sie sehen aus wie neu, diese herausgeputzten Altstädte, die Spuren der Zeit sind getilgt, alles glänzt und ist intakt, versehen mit den modernsten Einrichtungen. Neues Herz, neue Leber, neue Niere; das Leben läuft rückwärts, dem Tod davon. Man muß schon in die Neubauviertel der Vorstädte gehen, um die Spuren des Gebrauchs und der Abnutzung wahrzunehmen, an die Orte, die nicht für erhaltenswert erachtet werden. Es ist ja wahr, doch was für eine Anmaßung gegenüber der Geschichte des gestaltenden und gestalteten Lebens! Auch hierzulande werden da und dort Versuche unternommen, das eine oder andere zu retten, es der Ewigkeit einzuverleiben.

»The modern Turks can build nothing themselves but tawdry palaces … but if they can not create they can spoil; and it is hard to know which deserves the greater damnation, their neglect or their reparation of the monuments of Cairo.«

Der Wüstensand, die Luftverschmutzung, allgemeine Nachlässigkeit und eine andere Auffassung von Bewahrenswertem – von Europäern kurz ›Ignoranz‹ genannt – gehen darüber hinweg.

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