Was weiß Kunst

Das innovative Potential in der Institution Bauhaus

Der Mythos Bauhaus wirkt weiter. (1) Doch auch 100 Jahre nach seiner Gründung stehen widersprüchliche Sichtweisen einander gegenüber. Einerseits werden die aus den neuen künstlerischen Arbeitsformen entstandenen Artefakte der Bauhausmoderne gefeiert. Andererseits ist der Gründungsdirektor Walter Gropius das Ziel von Angriffen: er sei in zu starkem Maße mit einem auf ihn selbst konzentrierten Bild für sein Projekt eingetreten, sei aber mit den Architekturexperimenten gescheitert. Man hielt ihm vor, dass er zum Zeichnen einen Mitarbeiter benötigte und zudem keinen ›ordentlichen Abschluss‹ als Architekt vorweisen konnte. Diese Einwände sind intellektuell schlicht. Sie gehen von einer Berufskonvention ›des Architekten‹ und unreflektierten Vorstellungen ›vom Künstler‹ aus. Damit erfassen sie in keiner Weise den innovativen Anteil, der Walter Gropius an der Programmatik des Bauhauses als einer neuartigen Kunst- und Gestaltungshochschule zukommt.

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