Muse del Oro

Thema 2017

 Bereits zur Zeit seiner Mitarbeit für die Zeitschrift Documents (1929-1930) setzte sich Bataille für eine ›Wissenschaft des Konkreten‹ ein, die ihre Analyse der sozialen Tatbestände mit der direkten Interpretation von konkreten Phänomenen beginnen sollte. Documents war eine Zeitschrift, die sich als Ziel gesetzt hatte, ›hässliche Objekte‹ aus unterschiedlichen Kulturbereichen der Öffentlichkeit als mythologische Dokumente schlechthin vorzustellen. Im Grunde stellen Batailles erste Aufsätze zur Gesellschaftstheorie den Versuch dar, auf die modernen Gesellschaften und Kulturtraditionen Europas die Methoden der Ethnographie anzuwenden, die modernen Gesellschaften mit den Augen des Ethnologen zu betrachten und sie wie die ›primitiven Kulturen‹ zu untersuchen, um hinter der modernen Fassade die Mechanismen zu finden, die die sozialen Konflikte und Gegensätze in der aktuellen Welt regelmäßig bestimmen.

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Die Bilder gleichen sich. Ob in Paris nach islamistischen Anschlägen gegen die Redaktion der Satirezeitung Charlie Hebdo im Januar 2015 und eine Veranstaltung im Konzertsaal ›Bataclan‹ im November desselben Jahres, in Brüssel am Morgen des 22. März 2016 nach zwei islamistischen Anschlägen am Flughafen und in der Innenstadt am Eingang einer U-Bahn-Station, in Nizza auf der ›Promenade des Anglais‹ nach einem islamistischen Selbstmordanschlag mit einem Lastwagen am Abend des 14. Juli 2016, dem französischen Nationalfeiertag, in München am ›Olympia Einkaufszentrum‹ am 22. Juli 2016 nach dem Amoklauf eines psychisch Kranken mit offenbar rechter Orientierung gegen Jugendliche mit Migrationshintergrund, ob am Ufer der Dreisam in Freiburg im Dezember 2016 nach der Ermordung einer Joggerin durch einen Flüchtling, in Berlin nach einem islamistischen Anschlag mit einem Lastwagen auf einen Weihnachtsmarkt am 19. Dezember 2016 durch einen Flüchtling, in London...

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Es ist sinnvoll, Überlegungen zur Parteien- bzw. Parlamentskritik nicht zuerst aus empirischen Befunden heraus induzieren zu wollen. Denn: Aus der Vielzahl solcher einzelner Einwände, die sich aus berechtigtem Misstrauen in Wahlversprechen oder Kandidatenauswahl/Wahlkampf herleiten ließen, oder auch aus dem Sachverhalt sinkender Wahlbeteiligung ein zusammenfassendes Prinzip für Parteienkritik herauszusondern fiele schwer.

Vielmehr möchte ich versuchen, den lebendigen Grund von Parteien, also dasjenige, aus dem sie ihre Legitimation beziehen, näher zu betrachten: das Prinzip der Repräsentation.

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