Ralf Willms

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Als ich wieder in Rheine wohnte, war ich schockiert, als ich hörte, dass er in der Psychiatrie gelandet war. Ich kannte seine Reinsteigerungen und der letztliche Auslöser war: Er hatte einen Job am Fließband angenommen und bei der Produktion von Osterhasen, wie ich später hörte, habe sich, als acht Stunden am Tag – Tag auf Tag –, unaufhörlich, in sehr kurzen Zeitabständen, ein bunter Osterhase, im Grunde immer der gleiche Osterhase auf ihn zukam, in seinen Synapsen etwas verändert … Als ich ihn kennen lernte, war er Student. Er feierte, mit viel Wein, Bier und Tabak jeden Abend bis in die Nacht mit Freunden, DASS er Student war … und irgendwann war prompt Schluss mit dem Studium gewesen. Das war eine Tragödie, denn dafür war er geeignet. Er lebte, wie gesagt, sehr ausschweifend und hat einen Teil seines Lebens sicher fahrlässig vergeigt … Und sagte einmal: »Ralf, ich bin zu verletzt.« Die Art, wie er nach meinem Vornamen eine Pause gemacht und: Wie er es gesagt hatte. So über-deutlich, hellsternig-bewusst, in jener Nacht. Und es geht vielleicht nicht darum, ob man den Satz von außen anerkennt oder nicht.

 

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