Renate Solbach: Tuwasser

Die Tuwasse aller Länder, groß oder klein, haben sich vereinigt und feiern den Durchbruch. Im Yagir zeigt man ihnen die Hebel und Knöpfe der Macht und mahnt lächelnd zur Vorsicht, ehe man sie mit ihrem Schicksal allein lässt. Natürlich sind alle Schalter programmiert und wer einen Hebel betätigt, der betätigt sie alle. »Geht doch«, rufen die Tuwasse und freuen sich, dass sich etwas bewegt. Dass es so leicht geht, hätten sie nicht gedacht, und im Grunde ihrer Herzen wundern sie sich. So werden sie mutiger vor der Zeit und lassen geschehen, was längst schon hätte geschehen können, hätten nicht andere Kräfte es immer zu verhindern gewusst. Nun sind sie weg, die anderen Kräfte, einfach verschwunden, und es geht vorwärts. Wie in jeder guten Parabel kommt am Ende der Umschlag. Sagen Sie, wer kennt die Enden einer Parabel? Niemand. Eine Tuwasserfahrt zieht rasch ihre Kreise, aber das Glücksgefühl, dabei zu sein, wiegt die Unbill der Fische auf. Schließlich merken auch sie, dass sich etwas bewegt, und sollten dankbar sein. Der Umschlag kommt schneller als gedacht, er kommt selten allein, auch verschwindet er rascher in den dafür vorgesehenen Schlitzen und Spalten, als ein Lächeln das andere wegwischt. Was zählt, ist der Augenblick. Er ist Zählmeister aller Klassen und wirklich unersetzlich.

 

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